Mai 2010


Man war ich gestern mies drauf. Nochmals sorry, aber wisst ihr wer daran schuld hatte? Hape Kerkeling. Seit meinem ersten Blog, Dialyse on the rocks, werde ich immer wieder angesprochen, warum ich kein Buch schreibe und allmählich fing ich schon an, mich mit diesem Gedanken anzufreunden. Aber gestern sitze ich da und lese die ersten Seiten von Hape`s Buch „Ich bin dann mal weg“ und bin erstaunt was der für Wörter benutzt und über diese humorvolle schreibweise und dann vielen mir noch andere ein wie Bill Bryson, Tom Sharpe, Mark Twain, diese Dame namens Stowe (Onkel Tom`s Hütte) und der, der „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ schrieb und und und.Tja und dann kam die Erkenntnis: Was bildest du (wo kommt den das Komma hin) dir eigentlich ein. Keine Ahnung von Satzstellung Keine Ahnung von nichts und weil wir schon dabei sind, was haste denn erreicht bezüglich der Bauchfelldialyse -> Null, nichts, nada. Immer noch müssen 95% Hämodialyse machen und dürfen nicht so ein leben führen wie du. Seit einem Jahr erzählst du jedem, was für ein großer Bull shit hier mit Menschen gemacht wird, und? Nichts! Du Penner! Was soll ich sagen, es ging dann noch in mein privates leben und wenn dann irgendwer an dieser Bank vorbeigekommen wäre, wo ich saß, der wäre auf dem Schlag in tränen ausgebrochen, ob dem Häufchen Elend was da kauerte. Das kommt dabei raus, wenn jemand auf seinen größten Kritiker trifft ->ein Häufchen Elend. Ob es mir gelungen ist, alles was mir so durch den Kopf ging aufzuarbeiten und gestärkt daraus hervorzugehen, da bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber heute in der früh ging es mir schon wesentlich besser. Heute stand der letzte Tag in Lakeview an. Genaugenommen übernachte ich gar nicht in Lakeview sondern 10 Meilen außerhalb auf der Juniper Ranch. Als ich heute vom Campground aufbrach war auf dem Ranchgelände jede Menge betrieb, aber warum, war mir nicht klar. Deshalb fuhr ich zum Summer Lake im Norden von Lakeview, in der Hoffnung einen schönen Wanderweg zu finden. Der Ausflug wurde ein Reinfall, denn kein Wanderweg war zu finden, wo es sich rentiert hätte sich die Schuhe anzuziehen und der See ähnelte mehr einer Pfütze als einem See, deswegen entschied ich nach Lakeview zurückzufahren und dort in dem netten Diner von gestern einen von diesen köstlichen Mushroom (Pilze) Burgern zu essen und mich auf der Veranda bei einem Kaffee dem Buch von gestern zu widmen. Ja, ich las Hape und diesmal machte es mir nichts aus,  im Gegenteil ich musste sehr oft schmunzeln. Anscheinend habe ich schon was gelernt! Als ich dann auf das Ranchgelände fuhr, hörte ich schon jede Menge Kühe muhen. Hier tobte der Bär, Jede Menge Cowboys/-girls auf Ihren Pferden waren in einer Koppel dabei die neugeborenen Kühe einzufangen und sie zu brandmarken, zu kastrieren (ich litt bei jedem Schnitt), eventuelle Hörner zu entfernen und zu allerletzt wurde noch irgendetwas am Ohr gemacht. Leider vergas ich in der Hektik meine Kamera und habe erst nachher noch ein paar Bilder geschossen, aber da war alles schon vorbei. Die Ranchinhaberin erzählte mir dann, dass sie heute fast 100 Kälber gebranntmarkt hatten. Auf meine Frage, ob man das nicht moderner machen könnte, bekam ich eine Unterweisung wie wichtig den meisten Ranchern, der alte Lebensstil noch ist, wie hart das leben als Rancher ist und noch vieles mehr. Ich wahr erstaunt, dass ich alles verstand und als ich mich nach langer Zeit, dann von Mary  (der Chefin)verabschiedete, war ich ein bisschen wehmütig, dass ich nicht ein Cowboy war.

Euer Cowboychen

Volker

Der Schnipp-Schnapp-Ort

Der Schnipp-Schnapp-Ort

Die hatten gut lachen, waren ja mit Taxi angereist

Die hatten gut lachen, waren ja mit Taxi angereist

Juniper Campground

Juniper Campground

Summer Lake

Summer Lake

Ich glaube ich brauche heute mal ein Auszeit. Auch bei dem ansonsten immer fröhlichen Volker gibt es Tage, die kannste in die Tonne treten.

Auf der Bank und im Wohnmobil kriselte ich

Auf der Bank und im Wohnmobil kriselte ich

Für das leibliche Wohl war gesorgt

Für das leibliche Wohl war gesorgt

Sorry

Volker

Als ich heute aufstand, war der Campingplatz fast leer, aber ich wusste sie werden kommen. Ich jedenfalls beschloss heute zum Lava Beds National Monument (California) zu fahren. Der Park ist zwar etwas weit weg (ca. 140 Meilen einfach), aber nachdem ich den Park schon mal vor 3 Jahren links habe liegen lassen, wollte ich ihn mir heute mal anschauen. Kaum einer kennt den Park und gerade da liegt für mich heute der Reiz dachte ich mir und scheuchte meine Pferde Richtung Westen. Es war ein voller Erfolg. Der Park liegt quasi in den Cascades, einem Gebirgszug der Bestandteil des pazifischen Feuergürtels ist. Jeder von euch wird schon mal den Namen Mount Sankt Helens gehört haben, der nur ca 300 Meilen weiter nördlich liegt, aber auch andere schlummernde Vulkane wie Mt. Rainier, Mt. Baker, Mt Hood (hier in einem Hotel wurde Shining gedreht), Mt Shasta und Lassen Peak (kommen wir noch hin) um nur einige zu nennen liegen entlang dieses Feuergürtels und der Rest eines erloschenen Vulkanes ist das Lava Bed N.M.. In diesem Nationalpark kann man über Lavafelder laufen und was noch viel aufregender ist mit Taschenlampe und Helm (beides kann man sich ausleihen) durch Lavaröhren wandern. Die längste von diesen Röhren ist 2104 Meter lang und ich schwör euch, da ist es stockfinster und damit es nicht langweilig wird, seit euch sicher ihr werdet aufmerksam beobachtet. Immer schön aufpassen wo du hingehst, denn sonst kann es sein, dass du Nase an Nase mit einer Fledermaus Kontakt aufnimmst, denn die gibt es da auch. Gänsehaut garantiert und wenn einer nur Buh gemacht hätte, ich glaub ich wäre auf der Stelle tot umgefallen. Mein Tip: unbedingt hin! Apropo Fledermäuse eine Unterart sind ja Vampire und ein paar von diesen Blutsaugern gibt es ja auch in München. Hiermit schöne Grüße an die Großmeister (Nephrologen) Dr. Krieter und Dr. Biber sowie an die blutgierigen Vamps. Ohne euch, wäre ich wahrscheinlich nicht hier! Danke!!!! Ein Wort noch zu Lakeview -> Burns. Will sagen Lakeview ist genauso am Arsch der Welt wie Burns, scheint mir hier ein mächtig großer Hintern zu sein. Morgen werde ich vielleicht das Dorf genauer erkunden und überlege mir ob ich mir nicht ein Schild umhängen soll -> Don`t kill me, don`t fuel me, don`t grill me. 

Euer möchtegern Hero

Volker

PS:Ich habe gewußt sie kommen, der Campingplatz ist voll.

Abgang in die einzig beleuchtete Höhle (Mushpot) Abgang in die einzig beleuchtete Höhle (Mushpot)

 

Black Crater Black Crater

 

Lavafeld Lavafeld

 

Landschaft des Lava Beds N.M. mit Weggefährten Landschaft des Lava Beds N.M. mit Weggefährten

Heute in der früh ist mir ganz was entsetzliches eingefallen. Am Montag ist in Amerika Memorialday. Ein Gedenktag zu Ehren der Gefallenen. Wisst ihr was das heist? Nein? Dann paßt mal auf. Auf jedem Grab in ganz Amerika wird eine amerikanische Flagge (in Kleinformat) an diesem Wochenende eingegraben. Dann wird kurz an die Verstorbenen gedacht, vielleicht wird noch schnell in die Kirche gegangen, um zu hören, was er da oben so zu sagen hat und dann gehts ab. Ab in die Natur. Das ganze Jahr über kriegt keiner von denen, den Arsch in die Höhe, aber am Memorialday, ausgerechnet da erinnert sich der Amerikaner, dass da draußen ja eine wunderbare Natur ist, dass auf dem Grundstück  ja noch ein RV oder ein Wohnwagen rumsteht und dass es letztes Jahr und die Jahre davor so schön war in der Natur mit dem fahrbaren Haus. Das ist dann der Grund, warum am Freitag oder Samstag 120 Millionen Amerikaner sich auf den Weg machen, um die letzten freien Plätze auf den Campinplätzen zu ergattern. Deswegen mein blankes Entsetzen. Ich brauche noch einen Platz bis Montag, wo ich schlafen kann. Deswegen ohne Umschweife raus aus Burns (Oregon) und im Höllentempo ab nach Lakeview (Oregon). Der Rock`n Roll Camper war wieder unterwegs. Mit eisernem Blick auf die Straße, der rechte Fuß voll drauf auf dem Gaspedal und aus den Boxen die passende Musik: Highway to Hell. Siegesgewiss den letzten Platz in Lakeview zu ergattern (war ja auch noch einen Tag früher dran) gings dahin, bis … Ja bis ich auf die Tankanzeige schaute. Oh,oh habe in Burns wohl das tanken vergessen. Biss Lakeview könnte es knapp werden, aber unterwegs wird schon eine Tankstelle sein und wie war nochmal mein Motto: No risk, no fun. Das Tempo drosselnd (jedes Hybrid-Auto hätte gegen mich alt ausgesehen), überlegend ob ich irgendeinen Ballast loswerden könnte und ständig auf die Tanknadel achtend ging es weiter, bis ich am Horizont so was wie ein Haus ausmachte. Dann ein Werbeschild: Food, Gas(Benzin)  -> 2 miles ahead. Gerettet!!!! Ich gab wieder Gas und als ich dorten ankam -> closed/for sale. Next service -> 67 miles ahead. Ich hätte weinen können, aber hätt es mir weitergeholfen? Nein! Ganz zärtlich berührte ich das Gaspedal und ein Auge fixierte wieder die Tanknadel und das andere schaute auf die Straße (Like Martin Feldmann). Welche Gedanken mir jetzt so alles durch den Kopf gingen, möchte ich aus Rücksicht auf meine Vater hier nicht weiter kundtun. Dass der Rock`n Roll Camper(in dem es sehr leise geworden war) nach 67 Meilen an die Zapfsäule der Shell Tankstelle in Lakeview rollte, grenzt für mich jetzt noch an ein Wunder. Ich ergatterte einen Campingplatz außerhalb von Lakeview und reservierte diesen auch gleich bis Montag. Nun aber zu dem Titel des Artikels. Nachdem ich mich schon seit 2 1/2 Wochen nicht mehr rasiert habe erinnert mich mein aussehen immer mehr an Futzi aus der Fernsehserie Rauchende Colts. Deswegen kaufte ich mir heute 12 Einwegrasierer, da ich meinen Trockenrasierer vergessen habe. Nachdem ich mich nur trocken rasiere und von naß rasieren keine Ahnung habe, bitte ich euch, wenn Ihr morgen in der Zeitung folgende oder ähnliche Schlagzeilen liest: Deutscher im Bad auf Campingplatz in USA blutüberströmt aufgefunden. War es Suizid oder Mord? Gebt Ihnen Bescheid -> Er wollte sich nur naß rasieren.

Ich hoffe nicht, aber falls doch

Lebt wohl

Euer Volker

Alkali Lake

Alkali Lake

Lake Albert

Lake Albert

Bin in Burns (Oregon) am Highway 20. Ich glaube ich bin der einzigste Tourist den es hierher verschlagen hat. Totales Outback, das Englisch un-definierbar. Das Lokal(eine Empfehlung des Campingplatzbetreibers), wo ich zu Abend gegessen habe, würde ich niemals mit einer Frau betreten. Ich sag euch, echt heavy, aber irgendwie  geil! Beim Start in Twin Falls schaute ich noch schnell bei dem Wasserfall vorbei, der andere Wasserfall dient heute als Stromlieferant und ist nicht mehr zu sehen. Die 8 Meilen Umweg hätte ich mir auch sparen können. Bei meiner Weiterfahrt aber kam ich mitten im grünen Weideland von  Idaho an Sanddünen vorbei. Die Bruneau Dunes sind nicht die höchsten, aber sie stehen wirklich mitten im grünen und direkt vor Ihnen befindet sich auch noch ein kleiner See. Irgendwie sureal. Ich war ganz alleine und konnte so in dieser Traumwelt etwas die Seele baumeln lassen. In Ontario tankte ich nochmal voll,denn nun ging es ab in die Pampa. Tatsächlich kam dann auch prompt kurz danach ein Schild mit dem Hinweis: Next service – 78 miles. Der Highway 20 führt immer am Malheur River entlang durch eine hügelige Landschaft, was immer wieder neue Eindrücke ermöglicht. Am Arsch der Welt, aber warum soll es da nicht auch schön sein. Morgen geht es nur bis Lakeview (Oregon) am Goose Lake in der Hoffnung, dass man da a bisserl wandern kann. 

Grüße aus dem nirgendwo

Euer Volker

Der Wasserfall bei Twin Falls

Der Wasserfall bei Twin Falls

Der Snake River

Der Snake River

Bruneau Dunes S.P.

Bruneau Dunes S.P.

Am Highway 20 in Oregon

Am Highway 20 in Oregon

Kurz vor Burns nur geradeaus

Kurz vor Burns nur geradeaus

Wenn ein Mädel und ein Bua sich begegnen, dann heist das nicht … Kiwi und ich haben uns wirklich supergut unterhalten und sonst nichts! Vielleicht habe ich das zu zweideutig geschrieben, Sorry.

Bevor ich zum heutigen Tag komme, muss ich noch etwas von gestern loswerden. Gestern Abend bin ich in das Kiwi Burger Lokal in West Yellowstone gegangen, wo es die angeblich besten Burger der Stadt gibt. Weil die Inhaberin eine Neuseeländerin ist wollen wir sie einfach auch Kiwi nennen. Es fiel sofort auf, dass sie keine Amerikenerin ist. Schlank, flotter Gang, kein Kaugummienglisch und unheimlich helle im Kopf, aber das bekam ich erst mit, nachdem die letzten Gäste, außer mir gegangen waren. Ich war noch mit meinem Burger beschäftigt, als sie in die Küche ging und zu mir gewandt meinte, ob ich die Türe zusperren könnte und das Open-Schild auf Closed wenden könnte. Gut erzogen wie ich bin kam ich diesem nach und schaute  schon mal nach geeigneten Waffen zur Selbstverteidigung. Als Sie dann aus der Küche kam brannte schon eine selbstgetrete Zigarette in Ihrem Mund und bestimmend meinte Sie nur: Keine Angst, das ist kein Joint, Es tut so gut, endlich mal keinen Amerikaner hier zu haben. Du musst dir jetzt Zeit nehmen und mit mir quatschen. Als ich dann als erstes meinte, dass meines erachtens ein Joint anders aussehen würde, lächelte Sie nur und das bisschen Eis, was vielleicht noch vorhanden war, ward gebrochen.Wenn zwei Leute sich anscheinend verstehen, dann braucht es wohl keine Namen, deswegen kann ich nur sagen: Ein netter Abend, danke Kiwi! Ach, ja bei dem Artikel von gestern hab ich noch Fotos angehängt, unter anderm diesen frechen Kerl (Pronghorn)

Aber jetzt zum heutigen Tag. Die Reise sollte ja nach Challis (Idaho) gehen, aber als ich den vielen Schnee in der Richtung sah, beschloss ich mich Richtung Süden zu orientieren Die Strecke nach Twin Falls (Idaho) bietet keine großen Sehenswürdigkeiten, sodass man  den Tempomat einstellt und gemütlich auf dem Highway entlang cruised (hab ich des jetzt richtig geschrieben? Ihr wisst was ich meine.). Ein Vorteil vom alleine Reisen ist, du kannst die Musik hören, die du hören willst. In diesem Falle, war es die neueste Scheibe von AC/DC und sogleich tat sich ein weiterer Vorteil des alleinreisends auf, du kannst diese Musik so laut hören wie du willst. Naja fast, denn bei dem Titel „Thunderstruck“ war der Lautstärkenregler am An-schlag und meine Ohren vibrierten immer noch nicht-> muss unbedingt einen Verbesserungsvorschlag beim Vermieter einreichen. Irgendwann nach langer Fahrt durch riesige Weidegebiete kam dann der Rock`n Roll Camper am Craters of the Moon National Monument an. Hier kann man sich riesige Lavafelder, Krater und Aschekegel anschauen. Nachdem die Landschaft sehr dem Mond ähnelt, hat man hier früher Astronauten auf ihre Mission vorbereitet. Man muss es nicht unbedingt gesehen haben, aber wenn man vorbeikommt, kann man`s mitnehmen!

Nachdem ich nicht weis, wo mich der Weg morgen hinführt und ob es da Internet gibt, bzw diese blöde Kiste von Computer überhaupt geht, schaut einfach rein und wenn nichts neues drinsteht -> ich werde alles nachdokumentieren.

Der Steuermann des Rock`n Roll Camper

Volker

Craters of the Moon N.M.

Craters of the Moon N.M.

Craters of the Moon N.M.

Craters of the Moon N.M.

Wetterverhersage für heute: Sau kalt, dazu Regen und damit es nicht langweilig wird wird sich Frau Holle noch ein bisschen um dich bemühen lieber Volker! Mir egal du da oben ich fahr heute ins Lamar Valley. Gesagt, getan. Dorten angekommen hies es erstmal warm anziehen für die lange Wanderung also Shirt, Pullover noch eonen Pullover noch …, welcher Depp hat den hierdie Koffer gepackt, nur zwei Pullover? Ich selbst hab gepackt! Okay, mehr als zwei Pullover brauchts nicht. Drüber noch eine Windstopperjacke und zu allerletzt mein Regencap. Desweiteren Proviant, Multifunktionsarmbanduhr, Tachenmesser, Wasserflaschen Pfefferspray, Fernglas und Erste Hilfe Täschchen. Jeder Grizzly hätte vor mir reisaus genommen und das Michelinmännchen hat ab heute ausgedient. Jetzt komm ich, das Volkmännchen. Konnte mich zwar kaumnoch bewegen, aber warm war mir. Ich ging gerade mal so einen Kilometer als mir die Natur mitteilte, dass wenn sie nicht will dass ich heute im Lamar Valley wandere, ich dieses auch nicht tun werde. Der Lamar River hatte Hochwasser und versperrte mir den Weg. Also Volkmännchen stapf mal wieder schön zurück zum Camper. Als ich nach etwas suchen einen anderen Wanderweg fand, der garantiert keinen Fluß kreutzte, machte ich mich wieder auf den Weg. Diesmal ging es aber nicht flach dahin, sondern bergauf, Es war recht anstrengend, aber dafür konnte ich mich ja dann beim zurückgehen rollen lassen Nach einiger Zeit bemerkte ich  nur vielleicht 20 Meter entfernt von mir ein Pronghorn. Neugierig beobachtete es den unbeweglichen dicken eine Zeit und was dann passierte, werde ich mein ganzes leben wohl nie vergessen. Es machte sich anscheinend einen Spass aus der Situation. Es kam noch näher. Ich blieb stehen. Es blieb stehen. Ein schnauben wie von einem Pferd und flink wie es war vergrößerte es wieder den Abstand. Beim ersten mal, dachte ich mir noch nichts dabei, aber nach dem dritten oder vierten mal dachte ich mit: Schau dir diesen frechen Kerl an, der hat schnell kapiert dass du dich kaum bewegen kannst und spielt sich mit dir. Ich fühlte mich im gegensatz zu ihm wie ein … Genau wie der Titel. Mach jetzt Schluss, den ich weis nicht wann dieser blöde Computer wieder den Geist aufgibt, was auch der Grund ist, dass ich erst heute euch schreiben kann. Heute geht es von West Yellowstone nach Challis (Idaho), oder auch nicht, je nach Wetterlage.

Euer alter Sack

Volker

Das war der freche Kerl

Das war der freche Kerl

Bighorn sheep

Bighorn sheep

Lamar Valley

Lamar Valley

Ihr sollt auch was vom Schnee haben

Ihr sollt auch was vom Schnee haben

Der Höhepunkt der Reise ist erreicht -> Der Yellowstone Nationalpark. Der größe Vulkan der Erde und der älteste Nationalpark der Erde. Hier hatt es so viel Geysire wie in ganz Island. Hier gibt es so viel Bisons wie sonst nirgendwo. Die Wiederansiedlung der Wölfe im Park (Lamar Valley) war ein voller Erfolg und nur ein paar hundert Meter unter jedem Fuß eines Besuchers befindet sich die größte Magmakammer der Erde. Seit tausenden von Jahren füllt und leert sich diese Kammer, sodass der Vulkanboden, sprich der Park, sich hebt und senkt. Man könnte auch sagen, die Erde atmet. Zum Trampolinhupfen reicht es nicht, aber wenn du den Talboden betrittst, dann ist das wortwörtlich ein Tanz auf dem Vulkan. Ihr merkt schon ich Naturliebhaber bin völlig aus dem Häuschen. Das dritte mal bin ich schon hier und trotzdem, wenn dich die ersten Wildtiere begrüßen, dann weist du, das ist dein Tag. Am Campground in West Yellowstone, wo ich übernachte, wurde ich ausdrücklich darauf hingewiesen alle Lebensmittel im Camper aufzubewahren, da erst gestern ein Grizzly zu Besuch vorbeige-kommen ist. Morgen will ich ein paar Schritte in dem abgelegenen Lamar Valley machen, in der Hoffnung weniger Menschen und noch mehr Tiere zu sehen. Wie sagte schon Dieter Hallervorden: Ach, ist das aufregend!

Euer von Eindrücken überwältigter

Volker

Yellowstone Lake

Yellowstone Lake

Old Faithful Geysir

Old Faithful Geysir

Familienausflug

Familienausflug

Mule Deer

Mule Deer

Ein bischen mulmig war mir schon zumute als ich die Serpentinen der Bighorn Mountains bergan auf dem Weg nach Cody bewältigte. Nicht weil es ziemlich steil abseits der Straße bergab ging sondern weil ich nicht wusste, ob der Paß oben schnee bzw. eisfrei ist, aber ihr kennt ja mittlerweile mein Motto: No risk, no fun! Zu meiner Erleichterung war er schnee und eisfrei und als ich gerade so richtig durchschnaufen wollte ob der Anspannung, sehe ich gerade noch einen dicken braunen Hintern im Wald ca. 200 Meter entfernt verschwinden. Zwei Bremsspuren auf den Asphalt gelegt, schwups die Kamera gegriffen und raus aus dem Camper, rum um den Camper und …. weg war er. Unfotogener Teddy! Als ich so in die Richtung seines verschwindens ging, fiel mir ein, dass ich noch kein Pfefferspray gekauft hatte und legte schleunigst einen Rückzug zum Camper hin. Weiter ging es dann, an einem schönen Wasserfall vorbei, nach Cody. Die Stadt von Buffalo Bill. In der Stadt bin ich dann erst mal in das nächste Sportausrüstergeschäft gegangen, um mich mit Pfefferspray einzudecken, anschließend bin ich dann noch etwas in der Stadt spazieren gegangen, bevor ich mich in das Hotel/Restaurant Irma niederlies. Erbaut im Jahre 1902 hat es Buffalo Bill nach seiner Tochter Irma benannt und glaubt mir, wenn ihr da reingeht, fühlt ihr euch gleich um 100 Jahre zurückversetzt. Das Steak war hervorragend und als ich gerade einen Apple Pie nachschieben wollte vernahm ich etwas unruhe und lautere Stimmen. Plötzlich ein Schuss und schon war ich mittendrin in einer gestellten Saloonschlägerei mit Laiendarstellern. (Hätte ich wohl gerade meinen heißen Kaffee in der Hand gehabt bei dem Schuß, wäre die Show durch mein lautes Gejaule wohl etwas anders verlaufen.) Echt super! Morgen habe ich ein volles Programm und ich zeige euch einen Platz wo unsere Erde atmet.

Euer vollgefressener

Volker

PS: Liebe Kommentarschreiber ich gestehe, dass ich euere Kommentare nicht lese, sondern ich fresse sie!!!! Ich danke euch von ganzen Herzen dafür.

Das Tal vor den Bighorn Mountains

Das Tal vor den Bighorn Mountains

Der Granite Pass

Der Granite Pass

Unterwegs nach Cody

Unterwegs nach Cody

Cody

Cody

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